Faulbaer's Schlafmulde :: alltag :: ueber die absurditaet christlicher feiertage, die unnoetige ueberreglementierung der ladenoeffnungszeiten und den wunsch nach abschaffung der sommerzeit/winterzeit umstellung
2005.03.28, 10:09

ueber die absurditaet christlicher feiertage, die unnoetige ueberreglementierung der ladenoeffnungszeiten und den wunsch nach abschaffung der sommerzeit/winterzeit umstellung

es ist mal wieder soweit, ich rege mich auf.

schon als ich ein ganz kleiner junge war, wollte mir nicht einleuchten, wozu das land denn nun christliche feiertage benoetige. klar, ich war damals auch noch so richtig glaeubig (nicht so auf versicherten-niveau) und auf dem weg zur erstkommunion, aber mir war nicht klar, wieso ein voellig virtuelles vorkommnis fuer jahrtausende die regelmaessigkeiten des alltags aus den fugen reissen durfte.

und das sehe ich jetzt noch viel weniger ein, als damals. zu voellig willkuerlichen terminen schaltet deutschland (per gesetz) jeglichen handel aus und, so habe ich mir berichten lassen, setzt das tv und radio programm auf christlichen seichtsinn mit erinnerungen aus dem damals, wie es sich die christen aufgeschrieben haben - natuerlich erweitert um moderne und hollywood elemente.

in einem land, in dem kirche und staat getrennt sein wollen, empfinde ich das als unangenehm. braeuchte ich einen feiertag, um meinen kirchgaengerischen verpflichtungen nachzukommen (was die meisten christenwesen, die diesen feiertag begehen ja nicht einmal tun), so koennte ich mir dafuer ja bei meinem chef frei nehmen. ein ganzes land nachtraeglich zu christianisieren erschliesst sich mir nicht.

ein verwandtes problem aus einer ganz anderen ecke, mit derselben, aber haeufiger auftretenden wirkung sind unsere nahezu voellig willkuerlichen ladenoeffnungszeiten, die beinahe jedem auf den sack gehen, aber tatsaechlich mal niemandem wirklich nuetzen. (wem sie nuetzen, der moege bitte kommentieren)

immer, wenn ich mich in gesachaeften ueber die ladenoeffnungszeiten aergere, kommen mir die umstehenden mit voellig idiotischen und mit plumpen parolen angefuetterten aengsten daher. die furcht vor laengeren arbeitszeiten fuer angestellte grosser ketten ist ebenso unsinnig, wie die furcht davor, als einzelhaendler nun fortan 24/7 im laden stehen zu muessen, weil sonst niemand mehr einkaufen gehen wuerde. nur, weil sich die ladenoeffnungszeiten aendern, stellt sich nicht die ganze welt auf den kopf. der mensch ist ein gewohnheitstier und die derzeitigen buerozeiten werden sich nicht ploetzlich aendern, der bedarf an naechtlichen einkaeufen nicht ploetzlich wahnsinnig in die hoehe gehen.

ich denke, es sollte den geschaeftsleuten freistehen, ob sie nachts geeks versorgen wollen, oder eben nicht. ob sie nachts mit erhoeten preisen nicht vielleicht mehr kunden haben koennen, als tagsueber. ob sie ihre geschaeftstaetigkeit nicht um vier stunden verschieben moegen, um dann zwischen dreizehn und vierundzwanzig uhr fuer ihre kunden da zu sein.

zu guter letzt faellt mir noch ein, dass ich es leid bin, jaehrlich zweimal meinen tag-nacht-rythmus umstellen zu muessen, nur weil das gescheiterte energiesparexperiment nicht rueckgaengig gemacht wird.

mit meinen dreissig lenzen schaffe ich es zwar endlich doch, meine uhr frueh genug umzustellen, aber es geht mir auf den zeiger und mein koerper will das schlicht nicht.

seit der umstellung stehe ich etwa zwei bis drei stunden spaeter auf und fuehle mich voellig zerschlagen, was mich jetzt nicht grade ins schwimmbad treibt.

=== ich bin also fuer die abschaffung ===
* kirchlicher und religioeser und haidnischer feiertage sowie die erlaubnis jeder branche, an anderen feiertagen zu schaffen
* der ladenschlussgesetze und die voellige befreiung jeglicher arbeits- und ladenoeffnungszeiten
* der sommer- und winterzeitumstellung

Faulbaer (geeks for kanzleramt - jetzt!)

 
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