beerdigung statt verbrennung ... keine ueberraschungen
heute mittag um zwoelf (schaut, ihr koelner: ein oe, kein ue!) wurde meine oma beigesetzt. der pfarrer faselte, manche sangen, alles irgendwie total erwartungsgemaess. meine mutter schalt mich fuer meine kleiderwahl - schoene erdtoene, ocker, eher froehlich, statt miesepetrig schwarz und bieder. alle verwandten liebten einander als gaebs kein uebermorgen (uebermorgen ist, wenn sie sich alle wieder vergessen haben) und irgendwie wurde der wunsch meiner oma, nicht in eine grube geworfen zu werden schlicht unter den tisch gekehrt, obwohl ihre argumente gegen eine beerdigung absolut plausibel sind: macht arbeit, sieht schlimm aus, wenn sich niemand kuemmert, unnoetiger aufwand, wenn eh keiner ans grab kommt.
beim leichenschmaus erfuhr ich dann, dass man weder die gebeine im garten verbuddeln darf, was ich ja irgendwie noch einsehe, noch die urne ins wohnzimmer stellen kann. dagegen spricht das friedhofsgebot.
ehrlich gesagt finde ich das ja echt bloed, weil ich nicht neben all diesen christen verbuddelt werden will, oder meine urne von gottesfuerchtigen umlagert werden sollte. aber wie ich erfuhr, kann man eine bestattung der urne in den niederlanden anstreben, wo es kein solches gebot gibt und die urne dann als geweihte heil-asche oder was wieder reimportieren. irgendwie ein hack, der sich aufdraengt.
im garten meines onkels, der alles wichtige besorgt und verwaltet hatte, gab es auch zwei kewle schildkroeten aus korsika, die ich schon seit mindestens fuenfundzwanzig jahren kenne. meinem onkel nach werden die tierchen auch easy ueber hundert jahre alt und es ist durchaus ueblich, dass solche schildkroeten testamentarisch vererbt werden. krass.
ich konnte mich grade noch zurueckhalten, ein evangelisches liedbuch aus der kapelle zu stibitzen, waehrend meine mom jedoch zwei rosen vom grab ihrer mutter abraeumte ... grabraub, was sonst.
Faulbaer (alles in allem doch keine so unangenehme veranstaltung)