wie jeder weiss ... longhorn steht fuer long wait ...
mit ein wenig befremden und schliesslich sogar grosser bestuerzung las ich paul thurrotts longhorn-artikel verriss, den er unschuldig "Windows Longhorn Build 5048 Review" taufte.
kurz zusammengefasst besagt der verriss, dass longhorn seit seiner ersten alpha-vorstellung nochmal neu geschrieben wurde, weil die version, die auf windows xp mit service pack eins basierte mit all dem 1337en schnickschnack nicht zurechtkam, den microsoft so eifrig anpries und vorstellte.
all dieser eye-candy und die grossen verbesserungen gegenueber windows und mac os x und linux sollen es allerdings sowieso nicht in den release-candidate schaffen, der planungsmaessig im letzten quartal zweitausendsechs veroeffentlicht werden soll.
das neue longhorn basiert auf windows 2003 server mit service pack eins und kommt also mit zeitgemaessen vierundsechzig bit klar. es fehlen im derzeitigen build allerdings noch die sidebar (fand ich zum beispiel sehr cool!) und das systemweite adressbuch. winfs soll es dann auch zur veroeffentlichung noch nicht geben, es soll nachgereicht werden. avalon und indigo sind jetzt auch noch nicht im build, weil es sich um eine treiber-entwickler-version handelt.
bestuerzend fand ich dann die aussicht, dass all der 1337e shit wohl auch fuer windows server 2003 und windows xp released werden soll, damit entwickler fuer eine groessere installationsbasis entwickeln wuerden. ich finde das zwar toll fuer die developer, aber wozu soll man dann diesen tcpa-lastigen bitschrott namens longhorn installieren, wenn all die fette produktivitaetssteigerung auch im alten system implementierbar ist?
mit saetzen wie "In many ways, OS X is simply better than Windows" und vorher "but Linux, too, is "good enough,"" weist thurrott, ein starker mac os x kritiker ueberraschend auf alternativen zu longhorn hin, die unter windows-zombies sicher zu verwirrung und unverstaendnis fuehren duerften.
die saubere installation von longhorn dauerte auf einem notebook etwa ine stunde, wobei microsoft fuer die release fuenfzehn minuten in aussicht stellt.
nach der installation ist man wie gewohnt administrator ... holla die waldfee, man muesste meinen, microsoft wuerde das irgendwann mal lernen ... *seufz*. das sind hoffentlich nur geburtswehen.
die gui sieht furchtbar aus, wie immer. die idee vektorbasierter icons finde ich persoenlich toll, aber das fontrendering in den screenshots ist erschreckend pre-millennium. insgesamt ists unter longhorn wie immer ... zu kliene schriften, unlesbare menues und listen, aber riesige knoepfe und fensterelemente, die dazu so ueberhauptnicht im verhaeltnis stehen. ob die schriften in den menues bei fensterveraenderungen mitskalieren, kann ich von hier nciht beurteilen ... wuenschenswert waere es schon.
die screenshots aus dem aktuellen build zeigen leider noch eine komplexe und typsch windows-artig unaufgeraeumte und inkonsistente gui. auch das aendert sich hoffentlich bis zum release.
thurrott stellt fuer den explorer verschiedene features vor, die dem mac-user schon gelaeufig sind, oder die er mit tiger bekommen hat, darunter virtuelle ordner und stufenlos skalierbare icons. hier scheut er sich thurrott nicht, bezug auf mac os x zu nehmen ;-)
letztlich schliesst thurrott ueberaus enttauescht und stellt verbesserungen in aussicht, weil es nur noch besser werden koenne.
=== warum? ===
ich schreibe hier ueber longhorn, weil mich die entwicklung von windows nicht nur im hinblick auf gesunden wettbewerb interessiert, sondern auch deswegen, weil ich als selbststaendiger administrator der windowswelt nicht immer ausweichen kann ... jedesmal, wenn ich viren entfernen muss, oder drucker konfigurieren oder eine der zahllosen anderen windows-0unsaeglichkeiten erlebe, wuensche ich mir in der fensterwelt ein wenig fortschritt, ein wenig mehr mac os x auf der x86-plattform. und das ist grund genug, auch darueber zu berichten.
Faulbaer (derzeit sieht es aber erstmal nach weiterem schmerz aus)