Faulbaer's Schlafmulde :: spass :: zombies
2007.10.31, 14:36

zombies

Photo 68-1

es sind, zumindest in den vereinigten staaten von usa, wieder ein paar vertreter des zombie film genres in den kinos angelaufen. manche streifen laufen schon etwas laenger.

waehrend ich zwar schocker eigentlich nicht ohne haendchen halten ueberstehe, finde ich zombie filme spannend. die muss ich alle gesehen haben. vielleicht nicht unbedingt jeden hirntoten splatter film, aber zombie filme an sich schaue ich mir an.

mittlerweile haben sich vier grundstroemungen gebildet zwischen denen die uebergaenge mal mehr mal weniger fliessend sind. jede stroemung hat einen ihren typischen vertreter.

- dawn of the dead (und die parodie shaun of the dead)
- braindaead
- twenty-eight days later
- resident evil

dawn of the dead mit derweil einer ganz stattlichen anzahl von remakes ist der klassische vertreter des zombie film genres und steht eigentlich fuer alle filme vor und nach seiner erstauffuehrung. die gemeinsamen merkmale dieser genre variante sind:

- niemand weiss so richtig, wo die zombies herkommen
- die zombies sind ausgesprochen traege und dumm
- den zombies geluestet es vornehmlich nach hirn und frischem fleisch
- ein kratzer oder biss infiziert
- die infizierten werden erst nach ihrem tod zu zombies
- es genuegt meist, den kopf vom rumpf zutrennen, um den zombie zu toeten, manchmal jedoch muss auch das hirn zerstoert werden

wie bei fast allen anderen genres versucht eine kleine gruppe ninfizierter menschen noch eine weile zu ueberleben, bevor sich dann abzeichnet, dass dieses unterfangen aus den einen oder anderen gruenden recht aussichtlos ist.

in filmen wie dawn of the dead sind zumeist nur menschen von der infektion betroffen.

shaun of the dead ist einer der wenigen humoristischen vertreter des genres, der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass er auch gedanen um die zeit nach einer zurueckgeschlagenen zombie-invasion betrachtet.

braindead ist ein klassischer splatterfilm mit zombies, die sich dadurch hervorheben, dass selbst einzelne gliedmassen noch selbststaendig denkend am leben und aggressiv bleiben. es scheint sogar, dass je kleiner die ueberbleibsel, desto intelligenter und gemeiner gehen sie vor, um die infektion weiter zu verbreiten.

in diesen filmen sind zombies besomnders labil und fallen sogar schon im alltaeglichen leben von selbst auseinander, was dem verfaulen des untoten fleisches rechnung zollen soll. ueberhaupt sind zombies zumeist arg ramponiert, was sie zwar behindert, aber nicht davon abhalten kann, die infektion weiter zu verbreiten.

twenty-eight days later ist eigentlich kein klassischer zombie-film, obgleich er dieselben aengste und handlungen in einem wissenschaftlicheren kontext mit mehr aggression und weniger aussicht auf ein happy end betrachtet und in einen aktuelleren kontext rueckt.

hier sind die 'zombies' wuetend. kondensierte wut ist sozusagen eine ansteckende substanz, die sich verbreite, indem sie nahezu alle denkenden organismen befaellt. pflanzen werden nicht thematisiert.

was die beiden twenty-eight filme auszeichnet ist die geschwindigkeit, in dem die handlung ihre protagonisten stetig vorwaerts treibt und dem zuschauer kaum eine minute der entspannung goennt, waehrend selbst zentrale helden der geschichte nach und nach dezimiert werden. viele tote sind hier unerwartet und fast alle tode sind grausam und ungeheuer gewalttaetig.

im vordergrund stehen die hilflosigkeit, mit der die uninfizierten den wuetenden massen gegenueber stehen, ebenso, wie die aussichtlosigkeit, dem sicheren untergang zu entgehen - gepaart mit der offensichtlichen ignoranz der regierung und des militaers, die die gefahr voellig unterschaetzen und sich in einer kontrolle waehnen, die es bei genauerer betrachtung nicht geben kann.

obgleich die 'zombies' zwar nicht weniger sterblich sind, als die uninfizierten menschen, sind sie doch weit gefaehrlicher und erheblich weniger dumm als gewoehnliche zombies. sie gleichen in ihrer aggression, agilitaet und brutalitaet grossen meuten wilder raubtiere, die durch herden erst ahnungsloser, dann panischer weisser opferlaemmer wueten, die sich nach und nach von gejagten zu mitjagenden raeubern wandeln.

hier findet man zwar high-tech, doch nichts aussergewoehnliches, nichts, was nicht die meisten zuschauer schon hier oder dort einmal gesehen haben. der zuschauer soll sich vorstellen koennen, dass das vorgestellte szenario plausibel, wnn nicht sogar irgendwann einmal moeglich ist. die twenty-eight reihe stellt fuer mich das realistischste szenario dar und hat mich nach dem konsum noch eine weile beschaeftigt gehalten.

resident evil entspringt einer gleichnamigen konsolen und pc spiele reihe und hat somit eine sonderrolle unter den genre varianten. es handelt sich hierbei analog zu den spielen um actionlastige schocker, in denen die protagonistin aufgaben zu bewaeltigen hat.

fuer action sorgen waffenstarrende militaerische spezialeinheiten neben langen martial arts sequenzen zu peppiger musik. der held ist ein superheld mit besonderen faehigkeiten und obgleich man sicher ist, dass er schon irgendwie durchkommen wird, bleibt es spannend.

die zombies sind hier aus einem hoechst aggressiven virus entstanden, das bei ueberdosierung auch zu starken mutationen fuehrt. dieses virus befaellt alles und seine opfer haben eine hohe 'lebenserwartung' ans untote. resident evil eben.

die rahmenhandlung ist sci-fi mit einer boesen skrupellosen mega-corporation, die nur ihr eigenes ueberleben sowie hoechste geheimhaltung im sinn hat. es ist nicht ganz klar, wieso die angestellten der firma ihre arbyte aufrechterhalten, doch spielt das fuer die geschichte keine grosse rolle. im aktuellen teil merkt man jedoch, dass dem verursacher des untergangs so langsam die resourcen ausgehen.

wie in der twenty-eight reihe steht neben den helden auch hier eine gruppe von ueberlebenden seite an seite, um schlicht weiter zu ueberleben. der einzige wirkliche unterschied ist, dass die heldin zwar ungluecklich ueber das schicksal des nunmehr beigen planeten ist, jedoch vornehmlich ihren ganz persoenlichen rachefeldzug gegen ihren schoepfer, die umbrella corporation, verfolgt.

bei resident evil ist ein happy end auch nciht weiter erforderlich, da hier schock, action und spass im vordergrund stehen. die wird es geben, solange die heldin ueberlebt, die uebeltaeter sich neue fiese sachen ausdenken und ausreichend munition vorhanden ist.

vor einiger zeit kam zu shaun und dawn of the dead eine groessere debatte im internet ueber die tatsaechlichen ueberlebenschancen weniger menschen nach einer zombie invasion auf. diese diskussion waere zum start des originals ohne das internet natuerlich so nicht moeglich gewesen.

auch, wenn ich selbst die diskussion nicht tiefergehend verfolgt oder mich gar an ihr beteiligt haette, drang der eine oder andere gedanke zu mir durch. eigentlich ist es noch am interessantesten, die chancen der ueberlebenden der twenty-eight filme zu bewerten.

die versorgungssicherheit amerikanischer shopping malls, wie in dawn of the dead vorausgesetzt, ist ebenfalls ein spannendes thema.

unterm strich beschaeftigen mich als voraussichtlich ueberlebenden (wozu sonst sollte mich das thema interessieren?) die folgenden fragen:

- wie hoch und wie beschaffen muss ein zaun sein, um grosse mengen von zombies aufzuhalten? die frage wird umso interessanter, wenn man sich starship troopers in erinnerung ruft, wo die bugs ueber berge ihrer toten kameraden schliesslich die zinnen der fortmaern erreichen konnten. ich glaube nicht, dass zombies da von groesseren skrupeln geplagt waeren, wenn es frisches hirn zum hauptgang gaebe ...

- wie lange wuerden wasser und nahrungsmittel in einer shopping-mall reichen?

- wieviel munition muesste vorhanden sind, wenn die antworten auf eins und zwei fuer jahre sicherheit bieten wuerden?

- nach wie vielen jahren wuerde korosion zu einem problem werden?

- stellen wir uns mal den unwahrscheinlicher werdenden fall vor, das einkaufszentrum waere zum beginn der zombie invasion weitestgehend leer und eine groessere infektionswelle tritt zuerst nicht auf. wie gross muesste eine gruppe ueberlebender sein, um das zentrum zu sichern? wieviel zeit und resourcen muessten minimal gerechnet werden?

- wo waeren die am besten zu sichernden einkaufszentren?

- wie kann man noetigenfalls kurzfristig wirksame notblockaden errichten, um zombies voruebergehend aufzuhalten?

- ist die regierung der freund oder der feind der ueberlebenden?

- wie wirksam waeren atomare schlaege und wie wahrscheinlich wuerden atomwaffen nationen ihre waffen flaechendeckend zum selbstschutz einsetzen? gaebe es dann ueberhaupt auch nur den hauch einer ueberlebenschance fuer oberflaechenueberlebnde?

- kann eine weltweite infektionswelle hinsichtlich heutiger fernverkehsvernetzung ueberhaupt verhindert werden?

- welche epidemie variante waere langfristig terminaler, die twenty-eigth wut epidemie oder die dawn of the dead untoten?

- wie sicher schuetzten ozeane vor untoten?

- man stelle sich vor, die dawn of the dead untoten wuerden zurueckgedraengt und eine art grundordnung wuerde wieder hergestellt. wie koennten die untoten in die gesellschaft integriert werden? waeren kraftwerke angetrieben von zombie sklaven moralisch verwerflich?

Faulbaer (gnaaaah-aaaaahhrrrr)

 
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