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2008.04.21, 09:58

procrastination - aka verpeilung

den spruch "was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen" kennt vermutlich jeder. er ist das gegengift, der zauberspruch gegen das, was heute unter dem 'fachbegriff' verpeilung bekannt ist. ein verhalten, die erledigung wichtiger arbyten in die zukunft zu schieben oder, wenn man im bereich der verpeilung schon etwas geuebter ist, unangenehme arbyten komplett zugunsten von allem, was es sonst noch geben mag, auszublenden.

dieses verhalten ist nicht neu und dass man sich dem thema derweil 'wissenschaftlich' naehert, liegt aus meiner sicht nur daran, dass etliche psychologen und verhaltensforscher sonst wenig gescheites zu tun haben, das ihnen ihre budgets sichert.

verpeilung ist vermutlich so alt, wie die menschheit selbst. ich frage mich ab und an sogar, ob verpeilung nicht vielleicht einer der gruende dafuer ist, dass der mensch nicht schon viel frueher ausgestorben ist - dass er zur aktuell dominanten spezies auf diesem planeten geworden ist.

verpeilung ist extrem praktisch und kommt einem gesunden menschen eigentlich nur selten in wirklich wichtigen bereichen des lebens in die quere. kranke menschen muessen wir hier nicht wirklich besprechen, weil kranke menschen eben kein gesundes verhaeltnis zum verpeilen haben - aehnlich, wie zum beispiel manche kranke menschen kein gesundes verhaeltnis zum essen (hint!) oder zum amoklauf (hink!) haben.

zum beispiel ist es voellig gesund, ok und sogar praktisch, zu verpeilen, dass man sich um den windows-pc eines entfernten und/oder unangenehmen bekannten hatte kuemmern wollen. seiner schwester kann man eh nicht an die waesche und wer mag schon gerne rechner flicken? bei dem job kaeme also sowieso nur frust rum - demnach, besser eine episode battlestar galactica schauen und abwarten, bis der doedel aufhoert sms zu schreiben.

ebenso vernuenftig und gesund ist es zu verpeilen, das treppenhaus zu fegen. vor allem, wenn man in der altstadt wohnt. zum einen wird sich jemand finden, der es tut, wenn es ihm wichtig ist, zum anderen organisiert der vermieter personal fuer diese aufgabe, wenn es ihm wichtig ist. in allen anderen faellen ... who cares? das treppenhaus sieht vor und nach dem fegen sowieso gleich aus.

dass verpeilung maessig wichtig ist sieht man daran, dass gesunde menschen wichtige dinge zumeist nicht verpeilen. zum beispiel essen, atmen oder im krieg ducken und vielleicht schiessen ... ich bin ja kein soldat, doch halte ich es fuer unwahrscheinlich, dass soldaten unter beschuss das fegen ihres treppenhauses daheim organisieren; da sieht man, wie wichtig sowas ist. krank waere hier tatsaechlich, das schiessen zu verpeilen und sich um einen reinigungsdienst zu bemuehen, wenn man eigentlich luftunterstuetzung hatte anfordern sollen. ^^

ich weiss, dass es menschen gibt, bei denen verpeilung durchaus krankhafte zuege annehmen kann. denen helfen jedoch einfache ratschlaege wie 'wenn du merkst, dass du das verpeilen moechtest, tu es lieber gleich' ebenso wenig, wie mir bislang der spruch 'iss doch einfach nicht so viel' beim abnehmen geholfen hat. sobald sich gewohnheiten krankhaft verfestigen, kommt man mit geschwaetz nicht mehr weit und das, ganz davon abgesehen, dass es fuer viele solcher verfestigungen eben auch ursachen gibt, die oftmals vorher angegangen und beseitigt werden muessen.

wenn man also feststellt, dass man staendig sachen verpeilt, unzuverlaessig ist und wichtige arbyten aufschiebt, sollte man nicht rat in taschenbuechern oder auf internetseiten suchen, sondern jemanden ansprechen, der sich mit dem thema wirklich auskennt. das wiederum sollte man tunlichst nicht verpeilen, da gerne mal eine kuendigung ausgesprochen wird, wo man seine arbyte nicht macht. leute, denen solche buechlein helfen, sind keine verpeiler in dem sinne. ^^

Faulbaer (... und ich kaufe mir am donnerstag einen crosstrainer!)

 
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