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2004.04.27, 00:44

katzenjammer in der schlafmulde

gestern nacht gegen eins kehrte ich nach einem schoenen wochenende in bonn ins traute heim zurueck. mir fiel auf, dass es unangenehm roch, aber ich machte mich nicht sofort auf die suche nach dem ursprung des ueblen geruches. ich dachte, ich haette vor der abfahrt irgendwas nicht in den kuehlschrank gepackt. als vollgeek musste ich erstmal mails checken.

etwa vier stunden und einige chats spaeter wurde es mir jedoch schon zu streng und ausserdem konnte ich den geruch keinem nahrungsmittel zuordnen ... ungewoehnlich war auch, dass der geruch nicht aus der kueche kam, die ich tatsaechlich vor der abfahrt noch aufgeraeumt hatte, wie mir einfiel.

unter meinem hochbett fand ich die quelle und mir blieb fast das herz stehen. zwei ordentliche haufen und eine uebelriechende lache generierten, was mich seit stunden aergerte. ich konnte die exkremente keinem mir bekannten tier zuordnen und dachte erstmal an ratten. das waere sehr unangenehm gewesen.

ToteKatze dann fiel mir wieder ein, dass ich vor der abfahrt schlecht geschlafen hatte, davor auch und davor auch. mittwoch hatte ich mit offener terrassentuer geschlafen, danach eigenartige geraeusche tieren vor dem fenster zugeordnet. die wahrscheinlichkeit war gross, dass sich das tier hinter meiner schlafcouch verbarg ... naja ... und da schon montag war und das tier nahrungslos seit mittwoch nacht in der wohnung hatte sein muessen ... eben vermutlich mausetot.

trozdem zog ich mir lederhandschuhe an und bewehrte mich mit einem besen, bevor ich die couch von der wand abrueckte. zuerst sah und hoerte ich nichts ... noch ein wenig rueckte ich die couch weg ... dann blinkte mich etwas an ... es hatte sich unter der heizung zusammengekauert - eine katze!

LebendigeKatzedie katze war nicht besonders erfreut, mich zu sehen ... sie trug kein halsband und schien sehr geschwaecht, ihr entfuhr ein leises fauchen ... nichts, was ich nicht schon andernorts deutlicher gehoert haette. also stellte ich ihr wasser hin und machte ihr etwas zu essen - das internet wusste, was die katze essen wollen wuerde. daneben oeffnete ich wieder die terrassentuer, damit das tier verschwinden konnte.

ich scheine tiere magisch anzuziehen, zumindest meine wohnung tut das wohl. in bonn hatte ich einen igel, eine kroete und einen kleinen maulwurf zu gast, in koeln hatte ich voegel im zimmer und nun in mainz eine katze.

ganz offensichtlich war die katze aber nicht in der stimmung, den raum zu verlassen, oder zu essen. tatsaechlich kroch sie immer tiefer in die ecke und ich ging schon davon aus, dass sie sich zum sterben zurueckziehen wollte. das war mir aber nun garnicht recht, also packte ich wieder handschuhe, besen und diesmal auch eine lederjacke, um das tier von einem anderen death-valley zu "ueberzeugen". ich mochte das tier nicht anfassen ... auf dem bonner venusberg lese ich immer von tollwutgefahr, das schreckt durchaus ab! meine letzte wundstarrkrampfimpfung ist auch schon lange her.

als ich nahe genug herankam, machte sich die katze sehr klein und, da ich sie nicht verletzen wollte, nutze ich wasserkraft als argumentationshilfe. das mochte sie ueberhaupt nicht und sie fauchte und machte sich noch kleiner ... ich habe noch nie eine 4-5 kilo katze unter einer wandheizung gesehen ... durchaus ein interessanter anblick. waehrend ich wasser auf das tier schuettete, dachte ich darueber nach, einen tierarzt zu befragen, was ich tun solle ... ich schob versuchsweise aber doch mal den besenstiel unter die katze. mit wildem fauchen machte sie sich davon! nicht raus, in die freiheit - nein! - sie wechselte den raum! nun ... sie hatte ja genug zeit gehabt, die wohnung zu erkunden. ich musste eine weile suchen, dann fand ich sie hinter einer kiste hervorlugen und immernoch leise fauchen.

offensichtlich war die katze nicht so geschwaechtm wie angenommen. ich entschied mich fuer eine sanfte verstaekung des leidensdruckes. ich besorgte mir eine wolldecke und schloss die tuer zu meinem arbeitszimmer (8qm), in dem sie sich nun verkrochen hatte von innen. ich machte mich daran, die katze hinter der kiste hervorzuscheuchen - wow! die katze war gut dabei! ich bekam einen riesenschreck, denn die katze war ausgestreckt bestimmt brusthoch und sie machte einen riesenterz. sie kannte schon den trick, wie man tueren oeffnet, die sich in sprungrichtung oeffnen und sprang an die tuerklinke ... leider war die tuer in die andere richtung zu oeffnen. das machte sie nur noch wilder und sie fuhr mich an ... ich hatte aber die wolldecke zu meinem schutz und parierte geistesgegenwaertig. die kazte verstand es aber durchaus dreidimensional zu kaempfen und wechselte auf den modus "brusthoehe", indem sie auf meinen schreibtisch, auf die fensterbank und wieder zurueck sprang. fauchend und nach mir schlagend. ich entschied, dass es zeit ist, die tuer wieder zu oeffnen. die katze hatte dieselbe idee und donnerte mit dem kopf die tuer wieder zu - ha ha - ein verdutzter blick und kurzes nachdenken, gaben mir die zeit, die tuer richtig zu oeffnen.

die katze schoss heraus, dann hoerte ich, wie sie versuchte, die barrikaden, die ich bei der couch errichtet hatte einzureissen, um wieder in ihr vorheriges versteck zu gelangen ... keine chance! am ende entschied sie sich doch dafuer, die terrassentuer zu nutzen, um in die freiheit zu entkommen. ich sah noch, wie sie einen passanten anfauchte und sich in einen busch trollte.

was macht man mit so katzen? ich werde schonmal trockenfutter fuer bernhardiner bereitlegen, meiner theorie nach, ist das die naechste groessenordnung an tier, die ich in meiner naechsten wohnung zu erwarten habe. oder ein kleines schaf, oder eine kuh ... wer weiss.

-jmt. (uh, oh! in der neuen wohnung darf ich ja gar keine tiere halten!)

 
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