Faulbaer's Schlafmulde :: May 2009
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die polizei, die ahnungslosen 'helfer'?

auf dem heimweg wurde ich unter drum&bass beshallung durch das iphone zeuge einer szene wie sie heute ueberall und jederzeit in deutschland stattfinden koennte - in diesem fall zwischen bonner loch und karstadt. ja, zwischen, weil der ursprung wohl im bonner loch, das ziel der veranstaltung zu meinem abschied jedoch am nahen karstadt war.

was ist geschehen?

drei jugendliche stellten, aus richtung bonner loch kommend, einem aelteren fluechtenden nach und drueckten ihn in einem haendgemenge schliesslich an die wand des nahen karstadt. ich naeherte mich, um eventuell trennend eingreifen zu koennen - da ging mir aber schon die muffe, denn die jugendlichen machten einen gewaltbereiten eindruck - einer war locker so gross und so schwer wie ich - nur schien seine gewichtsverteilung fuer den nahkampf geeigneter als meine :-/

es wurde immer wieder von fotos gerufen und der angegriffene verteidigte sich und betonte immer wieder, dass er die fotos habe machen duerfen und, dass er sich nicht schlagen wolle.

bevor ich meinen mut unter beweis stellen musste, waren ein polizist und eine dame vom ordnungsamt zur stelle, die gleich begannen, die personalien aller umstehenden aufzunehmen - sehr flissig und irgendwas muss man ja tun, oder?

zu meiner vollendeten ueberraschung gab einer der angreifenden an, er habe die polizie gerufen - sogleich ging ein entsprechender funkspruch ein und ein weiterer mann vom ordnungsamt und ein weiterer polizist betraten das feld.

soweit so - eigentlich - gut. es gab keine verletzungen und alles wurde ... nunja ... falsch.

der erste polizist, der am ort angelangt war, erzaehlte dem fotografen, dass er besser auf die persoenlichkeitsrechte der angreifenden achten muesse, waehrend er alle bilder vom fototelefon des angegriffenen loeschte - statt den jugendlichen zu verklickern, dass sie kein recht hatten, den mann anzugreifen und ihm sein telefon abzunehmen.

als der polizist fertig war, stellte er zufrieden fest, dass alle bilder geloescht seien und der fall fuer ihn somit erledigt sei. der andere polizist faselte ebenfalls von verletzung des persoenlichkeitsrechts und betonte, ohne die bilder gesehen zu haben, der fotograf habe jene nicht machen duerfen.

ich bin ja nun kein anwalt und darf daher natuerlich in deutschland keine rechtsberatung machen, doch aus meiner sicht sieht das ganz anders aus. grundsaetzlich erinnere ich mich, fotos von personen weitestgehend uneingeschraenkt machen zu duerfen - veroeffentlichen darf ich sie nicht - das ist auch gut so. mit dem persoenlichkeitrecht sollte das aber doch auch nichts zu tun haben sondern mit dem recht am eigenen bild, das dem urheberrecht entspringt, oder? ueber kommentare von juristen wuerde ich mich an dieser stelle sehr freuen.

vom rechtlichen aspekt abgesehen bin ich allerdings erschuettert, dass die gewalt, die dem fotografierenden angetan wurde wiederum seitens der polizisten nicht zum anlass genommen wird, den jugendlichen zu erklaeren, wie weit ihre rechte gehen - faustrecht kenne ich jedenfalls nur aus italo-western als geltendes recht.

ich frage mich, was geschehen waere, wenn sich der aeltere mann, der spaeter, waehrend er sehr ungluecklich dreinschaute, noch etwas von karate murmelte, sich zur wehr gesetzt haette - aus meiner sicht haette er sich gegen die gewaltbereit aussehenden jugendlichen in notwehr gehandelt - den prozess dazu haette ich mir dann auch gerne angeschaut.

was soll ich sagen - am ende viel laerm um nichts, etwas rechtsbruch, vielleicht ein paar schoene erinnerungsfotos geloescht und das mulmige gefuehl, dass polizisten gewalt bedingt richtig finden koennten, wenn der angegriffene aus deren sicht im unrecht zu sein scheint - kaum einen artikel wert, oder?

Faulbaer (der mit gutem grund nur fotos von einverstandenen zu machen versucht)

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[ 2009.05.25, 20:59 :: thema: /german/fotografie :: link zum artikel :: 0 Comments ]

zensur verhindern, ein demokratie versuch [update]

man kann es derweil ueberall lesen: populistische politiker instrumentalisieren das sensible thema kinderpornografie, um umfangreichen zensurmassnahmen im internet gesetzlich den weg zu ebnen, weil die angst vor terror dazu allein nicht mehr zu greifen scheint.

gilt das bislang vorgestellte mittel der dns-sperre noch als, selbst fuer laien, leicht zu umgehen, so stellen sich trotzdem die fragen:

- ist das mittel verhaeltnismaessig?

- kann ausgeschlossen werden, dass der staat sein neues werkzeug missbrauchen wird?

- wollen wir ueberhaupt zensur im internet?

ich beantworte alle diese fragen fuer mich persoenlich mit NEIN. das mittel ist nicht verhaeltnismaessig, weil a) die vorgestellte 'loesung' nicht zum 'vermarkteten' ziel fuehren kann, b) die methode leicht zu umgehen ist und c) wir keine kontrolle darueber haben werden, was gesperrt sein wird und uns die mittel fehlen, sinnvoll gegen unpassende sperren vorzugehen.

bis die kontinuierliche beschneidung unserer freiheiten 'gegen den terror' begann war ich ja noch der naiven ansicht, der staat sei mein freund und nur grosse konzerne waren ums vergangene millennium noch wirklich zu fuerchten. tatsaechlich scheint macht aber doch nicht nur jene zu korrumpieren, die aus finanziellen interessen an die spitze einflussreicher unternehmen gelangt sind - das scheint fuer die maechtigen internet ausdrucker, die unseren staat fuehren nicht anders zu sein. ich kann ganz frei von paranoia sagen, dass ich einem bka und unseren staatsoberhaeuptern nicht zutraue, eine zensurliste unter ausschluss von missbrauch zu pflegen. die erfahrung zeigt, dass auch einflussreiche menschen eben nur das sind, naemlich menschen!

zensur im internet wollen nicht einmal jene, die so plakativ geschuetzt werden sollen! oftmals wollen wir lieber ausblenden, statt uns im detail mit unangenehmen themen zu beschaeftigen. sollen doch andere sie fuer uns loesen, doch davon werden server mit solchen inhalten nicht aus dem netz verschwinden und taeter wie auch interessierte werden weiterhin wege finden, zensurmassnahmen zu umgehen. geholfen ist also niemandem!

bei der aktuell drohenden gefahr gesetzlich verankerter und in bereits sechs monaten fuer beinahe neunzig prozent aller bundesbuerger umgesetzter, unkrontrollierbarer zensur des internets kann ich aber auch nicht die fuesse stillhalten.

... und das duerft IHR AUCH NICHT!

es gibt eine online-petition gegen die einrichtung von internet zensur, die ihr mitzeichnen koennt, um das schlimmste zu verhindern. folgt diesem link: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

den zaehler der mitzeichner der petition findet ihr auf twitter unter http://twitter.com/Mitzeichner, doch finde ich den aktuellen zaehlerstand eher noch ernuechternd. nun seid IHR dran, verhindert internet zensur in deutschland! JETZT!

Faulbaer (demokratie NOW!)

[update]

soeben wurde das ziel der fuenfzigtausend unterzeichner erreicht. kaum drei tage nach eroeffnung der petitionsliste - das ist schonmal beachtlich! bleibt abzuwarten, ob damit noch das schlimmste verhindern larsst. ich denke ja, dass ohne aufklaerungsarbeit in fussgaengerzonen wenig zu reissen sein wird. im prinzip muss abgewartet werden, dass die generation der internet ausdruckenden politiker an toner feinstaub eingeht und abgeloest wird.

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[ 2009.05.05, 10:21 :: thema: /german/anleitung :: link zum artikel :: 0 Comments ]
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